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  1. Ganz Europa # 41
    Änglalik
    Zitat Zitat von Charlie Beitrag anzeigen
    ...
    Sorry, aber in der Realität sehe ich unter den Asylsuchenden zur Zeit fast nur junge Männer im besten
    Alter von ca. 20 - 30 Jahren, alle durchweg gut gekleidet, kein abgetragenes Schuhwerk und fast
    jeder von ihnen spielt mit einem Handy neueren Typs (ist natürlich wichtiger als ein Ausweisdokument
    und erste Voraussetzung, um in unserer Gesellschaft überhaupt Fuß zu fassen).
    Die machen auf mich nicht den Eindruck, als wären sie in ihrer Heimat gerade mit dem nackten Leben
    davon gekommen und zu Fuß durch halb Europa gelaufen, um in Sicherheit zu sein.
    ...

    Charlie
    https://www.youtube.com/watch?v=bOn0oRiY4wQ

  2. Ganz Europa # 42
    Odin
    Hallo

    Das mit meinem Sternzeichen war Quatsch, aber ich habe wirklich die
    Wesenszüge einer Waage, ob man nun dran glaubt oder nicht.

    Für das Flüchtlingsproblem gibt es keine einfache Lösung - nicht hier in
    Europa, nicht im Nahbereich der Krisenregionen und erst recht nicht in
    den Herkunftsländern.

    Deutschland, Schweden und höchstenss noch 1-2 andere europäische
    Länder versuchen zumindest humaner zu sein als andere, versuchen
    wenigstens ein kleines Stückchen weit dem hohen Anspruch gerecht zu
    werden, den internationale Konventionen und vor allem der Status der
    EU als "Friedensnobelpreisträger" entsprechen würde.

    Das ist jetzt zwar Nebensache, aber es wäre inhaltlich gerecht:

    Nach den Erfahrungen der letzten Monate sollte die EU den Friedens-
    nobelpreis in Oslo beschämt und zerknirscht zurückgeben.

    Wir können nicht alllen helfen, aber wir sollten versuchen allen zu helfen,
    die wirklich Schutz und Asyl brauchen und (das ist meine Zusatzbedingung)

    SICH AUCH DANACH BENEHMEN !

    Ich befürworte also zwei Aufnahmekriterien, nicht nur eins:

    - Der individuelle Schutzbedarf, der in einem fairen Asylverfahren
    in jedem Einzelfall untersucht werden muss

    - Das persönliche Wohlverhalten derer, die von uns Schutz und Hilfe
    erbitten. Sie müssen nicht kriecherisch und devot sein, denn diese
    Menschen kommen aus uralten Kulturräumen (älter als unserer), aber
    es muss klar erkennbar sein, das wir uns nicht die Feinde von morgen
    heranziehen. Wer dabei erwischt wird, mit Landsleuten verächtlich
    über uns "unreine Ungläubige" herzuziehen und erkennen lässt, dass er
    (meistens ein "ER") vorhat irgendwann uns (den Gastgebern) zu zeigen
    wo der Hammer hängt und was wir zu glauben und wie wir zu leben
    haben (bei uns wohlgemerkt), der hätte sofort einen Freifahrschein
    (einfach) in die alte Heimat in der Tasche.

    Mir ist es egal, ob jemand gut oder schlecht ausgebildet ist, solange
    der Mensch in Ordnung ist. Aber gegenüber Leuten, die schon in der
    Anfangsphase feindliche Absichten erkennen lassen, darf es im
    Namen des Selbstschutzes keine falsch verstandene Gnade geben.
    Auch das christliche Gebot der Nächstenliebe verlangt nicht die
    Selbstaufgabe oder gar Selbstzerstörung von uns.

    Es fehlt an Unterkünften und Arbeitsplätzen, jetzt schon.

    Unterkünfte können gebaut werden und müssen und werden gebaut
    werden. Man kann das auch nicht privaten Investoren überlassen,
    das müssen öffentlich getragene Wohnungsbaugesellschaften
    machen, denen die Ämter Weisungen erteilen können. Notfalls
    müssen solche Wohungsbaugesellschaften neu geschaffen werden.

    Wer allerdings dann nur für Flüchtlinge und andere Zuwanderer baut,
    aber die einheimische Nachfrage nach erschwinglichem Wohnraum
    ignoriert, hat schnell den Bürgerkrieg hier statt in Syrien. Es darf
    keine zwei Klassen Wohnbedürftiger geben, also muss man für alle
    bauen, für die der normale überteuerte Wohnungsmarkt nicht
    erschwinglich ist.

    Zur viel beschworenen Bekämpfung der Fluchtursachen:

    Wenn, dann kann man nur in den Lagern der Nachbarländer helfen,
    dennn wenn man viel Geld in die Hand nimmt und es schafft,
    korrupte Strukturen vor Ort zu umgehen, die Hilfsgelder in
    schwarzen Löchen verschwinden lassen, dann kann man dort für
    sehr viele Menschen erträgliche Verhältnisse schaffen, wo sie die
    Konflikte ihrer Heimatländer "aussitzen" können - was immer noch
    keine Traumlösung ist. Aber immerhin kann man die Leute dann vor
    Ort warm, satt und sauber halten, sie medizinisch versorgen und
    ihren Kinder und Jugendlichenn Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten
    (und damit eine Zukunft) geben. Nicht einmal diese humanen Grund-
    anforderungen sind in den Lagern der Türkei, Jordanien oder auch im
    winzig kleinen Libanon garantiert - aus Geldmangel !

    Hilfe in den eigentlichen Fluchtländern ist unmöglich. Das würde eine
    (militärische) Einmischung in die inneren Angelegenheiten dieser
    Länder bedeuten, so wie Russland das jetzt tut. Überall wo man das
    versucht hat, war das Chaos hinterher schlimmer als vorher:

    Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia (auch da hat man's probiert) sind
    alle nicht zu westlich geprägten friedlichen Demokratien geworden.

    Wenn wir heute versuchen würden, uns in Syrien militärisch zu
    engagieren (vielleiccht mit UN-Mandat und NATO), dann wäre das
    nicht nur aussichtslos, sondern wir hätten vermutlich in wenigen Wochen
    einen dritten Weltkrieg, nämlich spätesttens dann, wenn absichtlich
    oder auch aus Versehen NATO-Verbände und Russen aneinander
    geraten.

    In den Heimatlänndern der Flüchtenden selber könnnen wir also nix
    machen. Wir könnten ja nicht mal den Diktator im kleinen Eritrea von
    der Macht verjagen, damit wenigstens die Eritreaner, die zum Afar-Volk
    gehören, nicht mehr fliehen müssen.

    Also bleibt nur die Hilfe bei uns - in der EU.

    Die EU hat sich in den letzten Monaten moralisch bereits desavouiert
    (deshalb meine Forderung nach Rückgabe des Nobelpreises), aber man
    kann seine Ehre auch jetzt noch retten und wiederherstellen und seinen
    Ruf als humanitärer Kontinent auf der Basis christlicher Werte wieder
    aufbauen.

    Die Frage ist, ob das passieren wird. Humanität und Nächstenliebe war
    immer das Projekt einzelner empathischer Menschen und nie wirklich
    mehrheitsfähig - weil Teilen und Abgeben nie so viel Spass macht wie
    den Kuchen für sich behalten und selber aufessen.

    Geben ist Seliger denn Nehmen - und das sieht man daran, dass das
    Geben dem Geber meistens keinen Spass macht, sondern im besten
    Falll dem Nehmer (und auch dem nicht immer).

    Odin

  3. Ganz Europa # 43
    pittbull
    Odin, ich mache den Flüchtlingen nicht den Vorwurf, dass sie sich nicht ausweisen KÖNNEN.
    Aber durch diese Aktion unserer Regierung, haben sie auch denen Tür und Tor geöffnet, die sich nicht ausweisen WOLLEN.

    Als wir von SE und NO nach D zurückkamen, fuhren wir auf der A7 Ri. Heimat. Bei Hamburg ist direkt an der A7 eine Zeltstadt für Asylsuchende aufgebaut. Wir konnten im vorbeifahren direkt auf das Gelände sehen. Das zeigt mir doch wie unvorbereitet unsere Politik war.
    Mit deinem letzten Beitrag hast du recht. Allerdings gebe ich noch den westlichen Mächten eine große Mitschuld daran, dass die Lage in der arabischen Welt so eskaliert ist. Alle wollten den arabischen Frühling und jetzt kommen Sie dem Mittelalter wieder näher.

    Michi

  4. Ganz Europa # 44
    skaergarden
    Hilfe in den eigentlichen Fluchtländern ist unmöglich. Daswürde eine
    (militärische)Einmischung in die inneren Angelegenheiten dieser
    Länder bedeuten, sowie Russland das jetzt tut.

    Das stimmt so nicht Odin. http://www.focus.de/politik/videos/a...d_4982509.html

    Überall wo man das
    versucht hat, war das Chaos hinterher schlimmer als vorher:
    Irak, Afghanistan,Libyen, Somalia (auch da hat man's probiert) sind
    alle nicht zuwestlich geprägten friedlichen Demokratien geworden.

    Ist es nicht eine Ungeheuerlichkeit und Arroganz sondergleichen, wenn man (vordergründig) darauf drängt, dass andere Staaten nach dem westlichen Geschäftsmodell regiert werden sollten?

    Da wollte der Irak doch 1972 durch die Verstaatlichung der IraqPetroleum Company IPC (die größeren Anteile an der IPC hielten damals: Shell, BP, Esso – später Exxon, Mobil und CFP,die französische Gesellschaft) Einfluss auf seine Erdölforderung und die daraus resultierenden Einnahmen zurückgewinnen.

    Ziel der Vereinigten Staaten von Amerika war es, Afghanistan, Libyen und vor allen Dingen den Irak, zu "destabilisieren". Zwei Zitate dürften die Ursache für die „Aktivitäten“ der USA in dieser Region wieder in Erinnerung rufen:

    „Irak besitzt riesige Reserven an Öl und Gas – Reserven, zu denen meines Erachtens Chevron Zugang haben sollte“, schwärmte Chevron-Direktor Kenneth T. Derr 1998 in seiner Rede im Commonwealth Club in San Francisco, wo er seine massive Unterstützung von Sanktionen zum Ausdruck brachte.

    und

    1999 sagte General Anthony C. Zinni, Oberbefehlshaber des USCentral Command, vor dem Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika aus, die Golfregion mit ihren riesigen Ölreserven sei von „langfristigem vitalem Interesse“ für die USA. Die Vereinigten Staaten von Amerika „müssen freien Zugang zu den Ressourcen dieser Region haben“.

    http://www.antikrieg.com/archiv/archiv_irakderkampf.htm


    Wer die „gemäßigten“ Rebellen und den IS finanzieren, ist ja auch kein Geheimnis mehr. Aber die USA unterstützen nur die Freiheitskämpfer, die sich für eine Demokratie in Syrien ins Zeug legen?


  5. Ganz Europa # 45
    Robin
    Bei Hamburg ist direkt an der A7 eine Zeltstadt für Asylsuchende aufgebaut. Wir konnten im vorbeifahren direkt auf das Gelände sehen. Das zeigt mir doch wie unvorbereitet unsere Politik war.
    Ja, hast wohl die falschen gewählt.
    Ist ja auch meist so das man es selber viel besser gemacht hätte.

  6. Ganz Europa # 46
    Odin
    Skaergarden

    Wir brauchen Leute mit deinem Hindergrundwissen.
    Wer offenlegt, wieviel und auf wie perfide Art einige
    Westmächte in vielen Ländern auch in der Nach-
    kolonialzeit herumgestochert haben und immer noch
    herumstochern, der zeigt, warum in diesen Ländern
    so viele sind, die uns "Westler" verachten und einen
    Zorn auf uns haben. Wir sind für die die Anverwandten
    derer, die ihnen all das angetan haben.

    Unsere kollektive westliche Mitverantwortung für das
    Chaos, aus dem die Flüchtlinge fliehen, wird dann
    deutlich. Und es wird klar, das diejenigen, die diesen
    Ländern und ihren Einwohnern geschadet haben, jetzt
    auch in der moralischen Pflicht sind den Spätopfern
    der eigenen neokolonialen Politik zu helfen.

    Ich billige den Zorn vieler Nahostleute und die unver-
    söhnliche Feindschaft der Islamisten uns gegenüber
    nicht, aber ich verstehe immer besser woher das alles
    kommt.

    Das ist nichts anderes als eine späte Neuauflage der
    Kreuzzüge, nur dass es heute nicht mehr um den Besitz
    des Tempelberges geht, sondern um die Kontrolle über
    Öl+Gasquellen und die dazu gehörende Infrastruktur.

    Odin

  7. Ganz Europa # 47
    FranzF
    Ihr habt offensichtlich sehr gute Ideen und Lösungsansätze. Warum nutzt ihr nicht eure umfangreichen Kenntnisse und Lebenserfahrungen, um diese Ideen umzusetzen, damit wir (und Schweden) es weiterhin schaffen?

    Beklagt euch nicht nur über die Zustände, sondern tragt aktiv zu einer positiven Veränderung bei. Fangt im Kleinen an. Schritt für Schritt. Jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten. Es könnte passieren, dass euch diese Mitwirkung Freude bereitet.

    Eine Antwort auf meine Frage meine ich zu kennen. Darauf erwidere ich deshalb schon heute wie folgt:
    Hunderttausende sagen "Einer allein kann ja doch nichts machen".

    FranzF

  8. Ganz Europa # 48
    Chromix
    Ich bin ja mal gespannt, ob die 150.000, die heute in Berlin gegen TTIP demonstriert haben, etwas bewegen werden. Aber das ist ein anderes Thema .....

    Heute habe ich im Radio gehört, wie einem schwedischen Politiker dieselbe Frage gestellt wurde wie sie auch schon deutschen Politikern gestellt wurde: Was machen wir wenn der Zustrom der Flüchtlinge auch im nächsten Jahr und vielleicht sogar noch darüber hinaus anhält?

    Und die Antwort war genauso plan- und hilflos wie in Deutschland: Man wolle auf euröpäischer Ebene dafür arbeiten, daß die Flüchtlinge gleichmäßig auf die EU-Länder verteilt würden.
    Wie soll das funktionieren, wenn nur wenige Länder dafür sind (im Wesentlichen die, die momentan die Flüchtlinge aufnehmen) und der große Rest dagegen ist??
    Geändert von Chromix (11.10.2015 um 00:20 Uhr)

  9. Ganz Europa # 49
    skaergarden
    Zitat Zitat von FranzF Beitrag anzeigen
    Ihr habt offensichtlich sehr gute Ideen und Lösungsansätze. Warum nutzt ihr nicht eure umfangreichen Kenntnisse und Lebenserfahrungen, um diese Ideen umzusetzen, damit wir (und Schweden) es weiterhin schaffen?

    Beklagt euch nicht nur über die Zustände, sondern tragt aktiv zu einer positiven Veränderung bei. Fangt im Kleinen an. Schritt für Schritt. Jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten. Es könnte passieren, dass euch diese Mitwirkung Freude bereitet.

    Eine Antwort auf meine Frage meine ich zu kennen. Darauf erwidere ich deshalb schon heute wie folgt:
    Hunderttausende sagen "Einer allein kann ja doch nichts machen".

    FranzF
    Es gibt viele Mitglieder in den Parteien, die voller Idealismus und Enthusiasmus Basisarbeit leisten, aber um die Tagespolitik mitzubestimmen zu können, sind persönliche Voraussetzungen wie Machtwillen, Rücksichtslosigkeit gegenüber den eigenen Parteigenossen und besonders gegen politische Gegner etc. und Kontakte erforderlich, die dabei behilflich sind. Es sind nur wenige, die sowohl über die persönliche "Qualifikation" als auch über die notwendige "Unterstützung" verfügen, um ganz oben anzukommen.

    Hat man es geschafft, einen Ministerposten zu ergattern, dann sollte man mit seiner eigenen Meinung sehr zurückhaltend umgehen, denn andernfalls muss man damit rechnen, kalt gestellt zu werden wie kürzlich unser Bundesinnenminister Thomas de Maizière.
    Jedes engagierte Parteimitglied, das unermüdlich Basisarbeit leistet und Ambitionen besitzt, eine politische Führungsrolle zu übernehmen, sollte stets bedenken, dass Deutschland seit 1945 bis zum heutigen Zeitpunkt nie ein souveräner Staat gewesen ist. Somit dürfte klar sein, welcher Spielraum für Veränderungen zur Verfügung steht.

    Aber natürlich steht es jedem Bundesbürger frei, sich aktiv und ehrenamtlich an der Bewältigung der Folgen unserer Bundespolitik zu beteiligen.

  10. Ganz Europa # 50
    Bodo
    Hej
    Man rechnet in Deutschland das pro Familie, die in Deutschland bleiben dürfen, bis zu 6 Familienmitglieder
    nachkommen würden.
    Die Zahl ist wohl ein Durchschnitt.
    TV.

    Bodo

  11. Ganz Europa # 51
    skaergarden
    @Bodo
    Kannst du mal den Link zu der Quelle deiner Angaben setzen? Die Schätzung müsste IMHO auf pro anerkannten Asylbewerber beruhen und nicht auf pro Familie.

  12. Ganz Europa # 52
    skaergarden
    Der Willkommensausruf unserer Bundeskanzlerin war noch nicht ganz verhallt, da standen scheinbar plötzlich Tausende von Flüchtlingen vor Ungarns Grenzen. So viele Menschen, die seitdem täglich über Bayern ins Land strömen, werden kaum von privaten Schlepperbanden gewuppt werden können. Und die neueste Meldung lautet, dass Seehofer eine Einigung mit der CDU über Transitzonen an den deutschen Außengrenzen verkündet habe. Nun muss nur noch die Bundesregierung in der kommenden Woche darüber entscheiden. Wie an Flughäfen sollen Asylbewerber, die aus einem als sicher eingestuften Herkunftsland kommen oder bzw. gefälschte Ausweispapiere haben, festgehalten werden. Deren Anträge auf Asyl wird innerhalb weniger Tage bearbeitet. http://www.sueddeutsche.de/politik/f...onen-1.2687889

    Und aus welchem Herkunftsland stammen die meisten Flüchtlinge? Über`s Mittelmeer kommen zwar Flüchtlinge nach Italien und Griechenland, aber das Gros erreicht über dem Landweg in die Türkei. Diese Karte https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkei zeigt die Türkei und die angrenzenden Länder Syrien, Irak und Bulgarien. Von Syrien und dem Irak aus gelangen die Flüchtlinge in die Türkei und dann weiter in die EU-Länder.

    Da die Türkei als sicheres Herkunftsland eingestuft wird, könnten die Flüchtlinge wie oben beschrieben wieder zurück in die Türkei geschickt. Bereits Ende 2013 unterzeichnete die EU mit der Türkei ein Flüchtlingsabkommen, nach dem sich die Türkei zur Wiederaufnahme der Flüchtlinge verpflichtet, die durch die Türkei in die EU gelangt sind. Im Gegenzug sollen die Visaregeln für die in die EU einreisenden Türken gelockert werden.

    Anfang Oktober dieses Jahres machte der EU-Kommissionschef Juncker der Türkei ein Angebot: Die EU baut auf türkischem Boden ein Aufnahmelager für zwei Millionen Flüchtlinge, im Gegenzug will die EU 500.000 Flüchtlinge aus der Türkei aufnehmen und die Türkei beim Grenzschutz unterstützen. Und alle Flüchtlinge, die von der türkischen und griechischen Küstenwache aufgenommen werden, sollten dann erstmal wieder in die Türkei zurückgebracht werden.

    Allerdings hat man bei dieser Regelung etwas Bauchweh, denn die Verletzung der Menschenrechte, die Einschränkung der Meinungsfreiheit und die mangelnde Unabhängigkeit der Justiz, eigentlich dürfte man mit der Türkei keine Geschäfte machen. Erdogan wiederum beklagt sich u.a. über mangelnde Unterstützung seiner Forderung zur Einrichtung einer Flugverbots- und Sicherheitszone entlang der türkischen Grenze.

    Im Kampf gegen die IS hat die Türkei auch die verbotene PKK im Nordirak attackiert, dieses Vorgehen unterstützen die USA, während die Europäer darüber not amused sind. Auch die syrische Kurdenmiliz YPG hat der Türkei vorgeworfen, ihre Stellungen mehrfach beschossen zu haben, obgleich im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat die YPG mit den USA kooperiert. Außerdem hatte die türkische Luftwache Ende September ihre Flugplätze für Einsätze der US-Luftwache in Syrien freigegeben und die Europäer wie auch die UNO sagten der Türkei massive Finanzhilfe zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zu.

    Da nach wie vor Tausende Flüchtlinge nach Deutschland (in die EU) kommen, sind die bisherigen Anreize für Erdogan (nach eigenen Angaben hat er bisher 7,5 Milliarden Dollar für 2,5 Millionen Flüchtlinge ausgegeben, aber nur 417 Millionen von anderen Ländern erhalten) nicht ausreichend gewesen, uns die Flüchtlinge vom Hals zu halten, denn nur darum geht es, was die EU will. Und nun endlich soll der Deal erfolgreich abgeschlossen werden, denn wie "Der Spiegel" vorgestern berichtet, verspricht die EU der Türkei Milliardenzahlungen, Visa-Erleichterungen und Fortschritte bei den Beitrittsverhandlungen zur EU. Im Gegenzug soll Präsident Erdogan nach SPIEGEL-Informationen helfen, die Flüchtlinge zu stoppen.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...a-1057040.html

    Und nun ist dieser Anschlag auf die Demonstranten in Ankara zum unpassendsten Moment überhaupt durchgeführt worden, denn es stellt sich doch gleich die Frage, ob die Türkei jetzt noch als sicheres Herkunftsland eingestuft werden kann. Andererseits sind in Madrid und London auch schon einmal Anschläge verübt worden, aber deswegen sind diese Länder doch nicht gleich als "unsicher" eingestuft worden.

  13. Ganz Europa # 53
    Odin
    Zitat Zitat von Bodo Beitrag anzeigen
    Hej
    Man rechnet in Deutschland das pro Familie, die in Deutschland bleiben dürfen, bis zu 6 Familienmitglieder
    nachkommen würden.
    Die Zahl ist wohl ein Durchschnitt.
    TV.

    Bodo
    Hallo

    Woher kommt diese Schätzung ? Was ich gehört habe, sollen die
    syrischen Familien der Bildungsschicht auch nicht mehr so viele
    Kinder wie die Orgelpfeifen haben, so wie früher mal oder wie das
    auch in Europa vor 100 Jahren war. Angeblich geht auch in diesen
    Familien die Tendenz zu weniger Kindern, denen man dann eine
    bessere Zukunft ermöglichen kann. Aber wissen tu ich's nicht,
    sonst müsste ich nicht fragen.

    Odin

  14. Ganz Europa # 54
    Bodo
    Es tut mir leid
    Skaergarden ein Link aus dem Tv?????
    Die Programme sind vollgestopft mit einem Thema.
    Ich schaue 2x pro Tag die deutschen Nachrichten und den stand des Euros.

    Hallo Odin
    Es ging nicht um Kinder, sondern um Familienmitglieder.

    Bodo

  15. Ganz Europa # 55
    Chromix
    Das Nachzugsrecht gilt nur für Ehegatten und Kinder und ist zudem an Voraussetzungen gebunden. Mehr zum Thema mit weiterführenden Links hier:
    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1056379.html
    Die Zahl von 6 bzw. 4-8 entstammte wohl einem Bericht der Bildzeitung und entspricht nicht der bisherigen Realität.

  16. Ganz Europa # 56
    Chromix
    Und noch ein interessanter Kommentar zum Thema:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/f...-13854437.html

  17. Ganz Europa # 57
    skaergarden
    Zitat Zitat von Bodo Beitrag anzeigen
    Es tut mir leid
    Skaergarden ein Link aus dem Tv?????
    Die Programme sind vollgestopft mit einem Thema.
    Ich schaue 2x pro Tag die deutschen Nachrichten und den stand des Euros.

    Bodo
    Ja Bodo, ich fragte nach einem Link des TV-Senders, dem du diese Nachricht entnommen hast. Gewöhnlich findet man auf den Internetseiten der TV-Sender auch mehr Hintergründe zu den kurzen Meldungen in den ausgestrahlten Nachrichten. Darauf weisen auch die Nachrichtensprecher während der Sendung hin.

  18. Ganz Europa # 58
    Bodo
    Hej
    Bei einem Einbruch must du gut überlegen ob du
    zuschlagen darfst um dein Hab und Gut zu verteidigen.
    Irgendwann muß du den Dieb beim Einladen helfen.
    Dann erst die Polizei anrufen.
    Dauerd oft bis zu einer Stunde.
    Den Dieb festhalten geht auch nicht.

    Bodo

  19. Ganz Europa # 59
    Robin
    wie tiefsinnig

  20. Ganz Europa # 60
    rudi
    Die erste lesbische Bischöfin Eva Brunne hat dazu aufgerufen, Die Kreuze von den Kuppeln der Seemannskirche in Stockholm zu entfernen, wie das schwedische Internet-Portal „SVT“ berichtet. Das Ziel sei es, die Kirche für Muslime attraktiver zu machen.


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